ragnarök

Die Live-Kommentatoren schrecken laut auf, echtes Entsetzen in ihren Stimmen. Ich kann ihre schockgeweiteten Augen und Münder förmlich vor mir sehen. Wie sie 14000 Kilometer weit entfernt in ihren Designeranzügen, die mehr kosten als meine Miete für ein ganzes Jahr, in ihrem warmen Studio sitzen. Auf mehr als 30 Flachbildschirmen entfaltet sich vor ihnen die Katastrophe, von der sie live berichten. In Ulra-HD, Dolby Digital 5.1 Surround Sound, mit glasklarem Bass. Die Praktikanten, die niemand sehen und hören kann, bringen ihnen gerade ihren Arschkriecherkaffee. Die Teleprompter laufen heiß mit Worten, die sie ungeprüft vorlesen, mit blindem Vertrauen in die arme Sau, die die eigentliche Arbeit für sie erledigt. Die Arbeit, deren Lorbeeren sie sich aufsetzen. Mit dem Leid hunderttausender Menschen am anderen Ende der Welt. Das sie unreflektiert ausschlachten, jede Nuance ausleuchten, jeden privaten Winkel von Leidenden vergewaltigen, sie für Quote missbrauchen und keinen zweiten Gedanken daran verschwenden.

Diese weltfremden Hohlbirnen, die nie etwas erleben.

Die nur vom Leben anderer berichten. Vom Schaffen anderer. Vom Leiden anderer. Leere Hüllen ohne Sinn. In teuren Anzügen.

Mit einer brachialen Explosion sprengt sich das Dach von Reaktor 4 Weiterlesen

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prinzip offene hose

Maradona mag die Hand Gottes haben, Thomas Müller den besten Torriecher, aber keiner von beiden vereint beides so elegant wie Niveas Vorzeigeschönling Jogi Löw.
Im Prinzip hat Lukas Podolski bereits alles gesagt, was gesagt werden sollte. Denn ob Löw, Ronaldo, Michael Jackson oder Alice Schwarzer, uns alle juckt es mal am Sack oder der Lümmel da unten stellt sich quer und dann muss eben Hand angelegt werden.

Jogi kann sich das leisten. Erstens hatte er den richtigen Riecher, zweitens das richtige Händchen. Basti vergoldete einmal mehr den Schlachtplan des Löwen und unser Bundeslinksträger behielt erneut recht: so einen muss man mitnehmen. Auch, wenn er mehr an Ailton erinnerte.
So ist er eben, unser Chefstratege: der betritt jedes Stadion Schwanz voraus, atmet locker durch die Hose, streicht seine drei Punkte ein, testet die Qualität seines Nivea-Deos, lächelt für die Kamera und streicht von dannen. Die Botschaft ist deutlich. Nicht auf das Wie kommt es an, sondern auf das Ob. Wenn am Ende der Pokal rausspringt, wird nicht nur Löw den langen Larry raushängen lassen. Da kann kritisieren, wer will. Das ist Männersport, da muss man auch mal Lanzen brechen. Ich jedenfalls mache mir keine Sorgen.
Denn im Fall der Fälle weiß unser Mann fürs Filigrane auch, wo der Hammer hängt und holt die Brechstange hervor. So einen Mann braucht Deutschland. Einen mit Eiern.
Könnt ihr es riechen? Jogi kann es: es riecht nach Sieg.

über beleidigungen

Die Kunst der guten Beleidigung ist ein vergessenes Kulturgut. Politische Korrektheit hat die Leute glauben gemacht, eine Beleidigung sei ein Verbrechen. Mittlerweile glaubst du doch, ein Geburtsrecht auf Respekt zu haben. Hast du nicht, das will ich gar nicht lange ausbreiten. Du bist ein Stück Scheiße, du riechst nach Klabusterbeeren, deine Ideen sind behindert. Mach dir da nix vor. Weiterlesen